2025: Die böse Macht erwacht

Unser Newsletter startet ins sechste Jahr. Zeit also, wie gewohnt einen Rückblick ins letzte Jahr zu wagen. Es fällt auf, wie sich unsere Autorinnen und Autoren oft im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und einer ungeschminkten Beschreibung des Bösen bewegen. C.S. Lewis gab dem dritten Band seiner Science-Fiction-Trilogie den Titel «Die böse Macht». Die Handlung spielt auf unserer Erde und zeigt den Kampf zwischen Gut und Böse. Die aktuelle Jahreslosung «Siehe, ich mache alles neu» zeigt an, wo wir trotz allem auch in unserer Zeit Hoffnung schöpfen können. – Wie das auch unsere Kolumnen zeigen. 

(Lesezeit: 10 Minuten bis zu mehreren Stunden)

Es ist natürlich kein Zufall, dass der anfangs 2025 wieder auferstandene amerikanische Präsident Donald Trump in unterschiedlichster Weise zur Sprache kam: etwa als Zerstörer der Demokratie, psychologisch analysiert als Narzisst mit mangelndem Selbstwert oder als Förderer des christlich-fundamentalistischen Dominionismus, der das Reich Gottes auf Erden im Blick auf 1. Mose 1,26–28 notfalls mit Gewalt schaffen will.

Insgesamt dominieren in unseren Beiträgen aber die hoffnungsvollen Ansätze: etwa die Macht des Segens, das vorbildhafte Wirken der Täufer, Christen, die im Israel-Palästina-Konflikt in den Riss treten oder David als Vorbild eines Gläubigen, der trotz Machtlosigkeit den Gang der Geschichte ändern kann. Dazu kommen viele ganz lebenspraktische Hinweise: etwa die Chance der Langsammobilität, das Lob des gesunden Masses oder die Chancen einer ganzheitlichen Spiritualität im Alltag. Und dazu werden immer wieder werteorientierte Gestaltungsmöglichkeiten in unserm unmittelbaren Umfeld gezeigt.

Auch im Jahr 2026 wollen wir mit seriösen Analysen der aktuellen Entwicklungen aus christlicher Sicht – verbunden mit hoffnungsvollen Perspektiven und Beispielen – den von unserm Theaterspezialisten angesprochenen «rasenden Stillstand» überwinden. Dies in der Kraft dessen, der uns lehrt, wie das Neue – ohne Machtansprüche, sondern befeuert von Liebe – unsere Welt erneuern kann.

Kurz und gut: Schnuppern Sie doch selber nochmals ins vergangene Jahr hinein.  Sie erreichen alle unsere Beiträge mit einem Klick auf den Titel.  

«Die Ringe der Macht» (Bild: ZDF)

Der dazu passende Filmtipp

Statt eines Buchtipps hier ausnahmsweise mal der Hinweis auf eine Filmreihe. Allen Fantasy-Freunden ist neben dem oben erwähnten Autor C.S. Lewis auch sein Freund J.R.R. Tolkien bekannt, dank seinen Werken «Herr der Ringe» und «Der Hobbit». Sie wirken am stärksten, wenn sie gelesen werden. Die dazugehörigen Filme sind der schwierige Versuch, den Kampf zwischen Gut und Böse ins Bild zu setzen.

Kürzlich wurde nun im Auftrag von «Amazon Studios» eine Fantasy-Realserie produziert, welche die Vorgeschichte zu «Der Herr der Ringe» erzählen will. Sie basiert hauptsächlich auf den Anhängen zum Hauptwerk, in denen die Geschehnisse im Zweiten Zeitalter der fiktiven Welt Mittelerdes zusammengefasst werden.

Die unter dem Titel «Die Ringe der Macht» (Originaltitel: «The Lord of the Rings: The Rings of Power») lancierten zwei Staffeln mit je acht Folgen können noch bis 22. Februar 2026 auf «ZDF neo» (Mediathek) gratis angesehen werden. Um den Überblick nicht zu verlieren, hilft eine ausgezeichnete Zusammenfassung der Serie auf Wikipedia. Eine dritte Staffel soll schon bestellt worden sein.

Die Reaktionen auf diese aufwändige Verfilmung sind gespalten. Sie kommt bei weitem nicht an die Hauptwerke Tolkiens heran und ist oft übertrieben ausgeschmückt, zudem aus meiner Sicht auch zu umfangreich gewalttätig. Leider passen die Filme aber schrecklich gut in die aktuellen Auseinandersetzungen zwischen Gut und Böse: auch hier gibt es im Zeichen der Macht wechselnde Koalitionen, austauschbare Identitäten und immer wieder die Unsicherheit, wo genau der Weg zum Guten zu finden ist.

Verheissungsvoll ist aber zumindest der Schluss der zweiten Staffel. Die Elbenfürstin Galadriel zitiert den Schöpfer der verhängnisvollen Ringe der Macht. Zusammen mit ihrem Gefolge hebt sie ihr Schwert in Richtung Sonne. Die von ihr zitierte – leider zu späte – Einsicht des elbischen Ringschmiedes heisst: «Nicht Stärke überwindet die Dunkelheit, sondern Licht.» Womit wir wieder bei der Jahreslosung 2026 angelangt wären und dem Herrn, der von sich sagt, dass er das Licht der Welt sei (Johannes 8,12).

 

Übersicht aller Beiträge im Forum 2025

Editorial

Wege zum Frieden

Bei der Fahrt durch das Leben nicht vergessen: das Abspannen

Warum ich (k)ein Israel-Fan bin

Die Macht des Segens

Pfingsten gibt es auch im Sommer – ein etwas anderer Blick auf den Heiligen Geist

Wie Einladungen zu echten Angeboten werden

Glaubwürdiges Christsein in gesellschaftlichen Spannungsfeldern

Wie Donald Trump die Demokratie zertrampelt

Was wir heute von den Täufern lernen können

2024 – Der Abgang eines bittersüssen Jahres

 

Kirche und Religion

Kirche: 500 Jahre Täufertum – ein Jubiläum mit verpassten Chancen?

Islam und Christentum: Bekehrung und Jüngerschaft

Theologie: Der Eisbär auf der schmelzenden Scholle – Glauben in der Postmoderne

 

 

Human- und Naturwissenschaften

Naturwissenschaften: Was den Menschen vom Tier unterscheidet

Philosophie: Über das Verhältnis von Politik und Religion

Pädagogik/Erziehung: Bildungsrevolutionen

Medizin: Die Länge des Lebens

Psychologie: Bekämpfe den Narzissten in dir: Stärke deinen Selbstwert

 

Kultur

Theater: Das letzte Feuer – der rasende Stillstand

Bildende Kunst: Wenn das Bild die Vorstellungskraft übersteigt

Literatur: Ich diene nicht mir selbst

Musik: Die Neu-Entdeckung der Improvisation

Film: «House of David» am Start – Kann ein Stein den Verlauf der Geschichte ändern?

 

Umwelt und Gesundheit

Architektur: Innovatives christlich geführtes Mehrgenerationenhaus beim Kloster Fahr

Mobilität: Warum wandern?

Gesundheit: Mass halten – Leben gestalten

Sport: Gleichbehandlung im Abseits

Landwirtschaft: Gelingt in der Agrarpolitik ein ganzheitlicher Ansatz?

Energie: Strompreise im Dilemma zwischen ökonomischen und moralischen Anreizen

Umweltethik: Was der «No Impact Man» von Zachäus lernen kann

 

Wirtschaft, Medien und Gesellschaft

Volkswirtschaft: Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Nord-Süd: Wie die Kirche und der Staat gemeinsam die Gesellschaft in Benin zum Guten verändern

Konsum: Erlebnisse statt Dinge – aber oft genauso konsumorientiert

Mann/Frau/Familie: Auf die Väter kommt es an!

Informationstechnologie: KI verstehen, benutzen und hinterfragen

Medien: Mediennutzung in der zweiten Lebenshälfte

Arbeit: Burnout als Arbeitskrankheit anerkennen – in der Ära Elon Musk eine Dringlichkeit

Betriebswirtschaft: Seit dem 2. Januar hat Firmenchef Herbert Huber ein neues Leben. Das Universum spricht zu ihm. Echt!

Migration: Du sollst nicht lügen in der Asylpolitik

 

WDRS

Dorfentwicklung: Wenn das Dorf stirbt

Raumplanung: Gemeinnütziger Wohnungsbau als Schlüssel zur Balance im Wohnbau

Stadtentwicklung: Durch Placemaking Platz schaffen für lebendige und identitätsstarke Orte

 

Spiritualität

Praxis: Christliche Kontemplation als Ausdruck der Liebe

Bibel: Ist unser Evangelium das von Jesus?

Bibel: Mit brennender Hingabe in ein neues Leben, in eine neue Welt!

Praxis: Das Verhältnis von Kontemplation und Aktion

Bibel: Hoffnung in Krisenzeiten

Praxis: Festen und Fasten, Geniessen und Verzichten

Bibel: Mächtige Ohnmacht

 

Zur Zeit

Christlicher Nationalismus und Dominionismus: Gefahren für die Demokratie und den Rechtsstaat

Kleine Leute werden kleine Dinge in grosser Liebe tun

Beten und Trommeln

Jesus im Asylsuchenden begegnen

Heimat

Kontraste: Von Bildern, Prägungen und der Frage nach echter Stärke

Gewalt und andere Möglichkeiten, Gräben zu überwinden

Bildungsdiskussion: Die eigene Schulzeit ist wichtiger als die Wissenschaft

Von obersten und zeitgemässen Prinzipien

Geld und Geist in der Schweiz

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