Was eine Kirche lebendig macht

Kürzlich besuchte ich den landeskirchlichen Gottesdienst in einer auswärtigen Gemeinde. Und verglich ihn quasi automatisch mit dem, was ich in unserer Kirchgemeinde erlebe. Warum habe ich unsere Gottesdienste als lebendiger empfunden? Bei meiner zweijährigen Untersuchung unserer lokalen Kirchengeschichte wurden mir einige Aspekte deutlich, die dazu beitragen, dass eine Kirchgemeinde auch über die Jahrhunderte hinweg lebendig bleiben kann. Teil 1 eines lehrreichen Spaziergangs in die Oberdiessbacher Kirchengeschichte.

(Lesezeit: 18 Minuten)

An der Liturgie dieses auswärtigen Tauf-Gottesdienstes kann es nicht gelegen haben. Sie war gut nachvollziehbar, die Gemeinde wurde beim Singen und beim abwechselnden Lesen von Psalm 23 einbezogen, neben der Pfarrerin trat auch noch ein Lektor auf und das Orgelspiel war brilliant. Das Anrufen der Heiligen Geistkraft durch die Pfarrerin kenne ich aus Gastpredigten bei uns. Dahinter steht ein etwas verstaubter Feminismus, der die dritte Person Gottes auf eine Energiequelle reduziert und damit die Türe zu esoterischen Vorstellungen öffnet1. Irritierender war, dass der Säugling mit drei Abwärtsstrichen statt mit drei Kreuzzeichen auf der Stirn getauft wurde. Ein versteckter Hinweis auf theologische Vorbehalte gegenüber dem Karfreitag mit seiner anstössigen Botschaft? Die Predigt über den guten Hirten bediente die heute so beliebte Wohlfühltheologie – die bekanntlich auch in Freikirchen gerne besungen und gepredigt wird. Immerhin flocht die Pfarrerin auch ein paar kritische Bemerkungen über die Weltlage ein und machte sie im Gebet zum Thema. Am Schluss des Gottesdienstes fiel mir auf, dass ich mit meinen grauen Haaren nicht die Ausnahme, sondern die Regel war. Immerhin waren im Gottesdienst wohl über 50 Leute dabei gewesen. Ein schöner Wert. Und am Schluss wurde sogar zu einem Kirchenkaffee eingeladen. Was also hatte ich denn vermisst?

Nun höre ich mit dem Vergleichen auf und schäle stattdessen vier von sieben Entwicklungen aus der Oberdiessbacher Kirchengeschichte heraus, die wohl mit verantwortlich dafür sind, dass unsere Kirchgemeinde bis heute lebendig geblieben ist. Die Fortsetzung werden Sie dann im Editorial vom 1. Juni finden.

Kirche Oberdiessbach (Bild: Raphael Schmutz)

1) Am Zeitgeist anknüpfen und ihn mit dem Evangelium überwinden

Tauchen wir nun also in die Oberdiessbacher Kirchengeschichte ein. Die Kelten sind die ersten geschichtlich fassbaren Bewohner in unserem Gebiet. Sie waren – wie auch die späteren germanischen Alemannen – religiös sehr sensibel. Sie rechneten mit der Präsenz des Göttlichen in der Natur, insbesondere in Bäumen, Quellen und Flüssen, Lichtungen, Sonne und Sternen sowie in Wettererscheinungen; und sie glaubten an Wassergeister (Nymphen). Ziel der religiös-magischen Übungen und Symbole war es, religiöse Ungleichgewichte zu beheben. Das Seelenheil war ungewiss und mit ständigen Anstrengungen sowie mit Angst und Schrecken verbunden. Als «Gegenmittel» halfen magische Handlungen der Druiden und der Zusammenhalt im Familienclan.

Die späteren römischen Eroberer trafen auf die geschilderte religiöse Situation. Einige ihrer Soldaten und Verwaltungsleute waren Christen und brachten den neuen Glauben mit. Im Jahr 313 hatte Kaiser Konstantin nämlich das Christentum nach einer langen Zeit der Verfolgung zu einer anerkannten Religion gemacht. In der übernächsten Kaisergeneration wurde es sogar zur Staatsreligion ausgerufen. Das Einbinden der Christen in die Gesellschaft erwies sich für die römische Expansion als kluge Massnahme, insbesondere auch für die Armee. Christen galten als zuverlässig und unbestechlich und machten so in der Armee rasch Karriere. Auch in den Verwaltungsstrukturen, welche die eroberten Gebiete absicherten, wurden gerne Christen eingesetzt. Dazu kamen erste christliche Klostergemeinschaften, die mit ihrem Vorbild positiv auf ihre Umgebung einwirkten. Das führte zu einer ersten Christianisierung unserer Gegend, verbunden mit einer in Bistümer strukturierten Hierarchie.

Nach dem Zerfall des römischen Reiches wurde das Machtvakuum bei uns durch die germanischen Alemannen aufgefüllt. Die Bistümer blieben auch nach dem Abzug der Römer erhalten. Der christliche Glaube wurde in der Oberschicht in der Regel weiterhin gepflegt, während das Landvolk sich dem Glauben der Alemannen – und damit wieder vorchristlichen Vorstellungen zuwandte. In der ersten Hälfte des 6. Jh. traten die Franken die Nachfolge Roms an. Sie beherrschten auch unsere Gegend. Mit Erlaubnis der Franken zogen irische Mönche durch Europa und brachten den christlichen Glauben ein zweites Mal zu unserer Landbevölkerung.

Bei uns ging diese Bewegung vermutlich im 7. Jh. von der Kirche Einigen am Thunersee aus. Sie ist die Ursprungskirche der 12 romanischen Kirchen rund um den Thunersee und wird mit der zweiten Christianisierung unserer Gegend verbunden. Es könnte also sein, dass Beatus (und Justus) den christlichen Glauben auch in unsere Gegend gebracht haben. Während die erste Christianisierung durch römische Soldaten und Verwaltungsbeamte von militärischen Strategien inspiriert war, wirkten die mehr ländlich gesinnten irischen Mönche auch ausserhalb der Städte. Meist in 12er-Gruppen unterwegs, fühlten sich einzelne Mönche zur Einsiedelei berufen – wie Beatus und Justus. In ihrer Missionsstrategie verfolgten die irischen Mönche bei ihrem Umgang mit dem lokalen Heidentum eine Kombination aus Anknüpfen und Konfrontieren.

Die Vertreibung des Drachens aus der Beatushöhle im Zeichen des Kreuzes ist eine dramatische Schilderung des Kampfes gegen die in den religiösen Vorstellungen verwurzelte zerstörerische Macht des Bösen und der Angst. Auch die Mönche rechneten zwar mit dem Bösen in unterschiedlicher Gestalt. Die Macht des Gebetes war für sie aber stärker als jede Magie. Zudem gingen sie von der Gegenwart Gottes mitten in der Welt aus und deuteten Phänomene der Schöpfung oft als Reden Gottes. Die Heilkraft von Pflanzen verbanden sie mit dem Gebet um Heilung. Sie entrümpelten die heidnische Götterwelt und verkündeten die göttliche Dreieinheit aus Vater, Sohn und dem Heiligen Geist.

Die Mönche machten deutlich, dass die Götter nicht mehr durch Opfer besänftigt werden mussten. Grund: Der Sohn Gottes war an Weihnachten als Kind in die Welt gekommen. Er hatte gezeigt, wie ein von Liebe geprägtes Leben aussieht. Christus hatte das Böse mit seinem Opfertod an Karfreitag überwunden. Er war mit seiner Auferstehung am Ostermorgen von seinem Vater im Himmel bestätigt worden und an Auffahrt in den Himmel zurückgekehrt. Jesus hatte seine Nachfolger schon vor Pfingsten eingesetzt, um diese gute Botschaft in der Kraft des Heiligen Geistes zu leben und zu verkünden, bis er am Ende der Geschichte wiederkommen würde. Eine Botschaft, die bis heute gleichgeblieben ist.

Auch in der heutigen Esoterik oder in Volksbräuchen werden vorchristliche Weltbilder aufgegriffen. Dazu gehörten etwa das Voraussehen der Zukunft beim Lesen von Handlinien oder beim Deuten der Glaskugel bzw. von Sternen-Konstellationen (Astrologie), aber auch magische Handlungen, die Gutes bewirken (weisse Magie) oder schaden sollen (schwarze Magie). Unsere heutige postmoderne Gesellschaft ist zunehmend von alten und neuen Formen des Heidentums geprägt. Neben den erwähnten esoterischen Formen haben der Individualismus – jeder weiss selber, was gut ist für ihn – und die Gier nach Geld Einzug gehalten. Statt Götter geben Machtmenschen, Medien und wirtschaftliche Zwänge den Ton an, das Leben wird nun der Arbeit und der Selbstoptimierung geopfert.

Diese Vorstellungen werden – heute wie damals – durch das christliche Weltbild auf den Kopf gestellt. Die Postmoderne bietet viele Anknüpfungspunkte, um die Unterschiede zwischen heidnisch-materialistischem und christlichem Denken und Handeln aufzuzeigen. Das Evangelium befreit von magischem oder schicksalshaftem Denken, von der Überforderung durch den Individualismus und von einem verfehlten Aufopfern unseres Lebens. Auch wenn bei uns in dieser Integrationsarbeit noch Luft nach oben besteht: Darüber wird immer wieder in unseren Predigten erzählt und in Gesprächskreisen diskutiert.

 

2) Offenheit für neue und alte Taufformen

Während in katholischen Zeiten auch in der Kirche Oberdiessbach sieben Sakramente gefeiert wurden – Taufe, Kommunion (Eucharistie), Firmung (Bestätigung der Taufe), Ehe, Versöhnung durch Beichte (Schuldbekenntnis), Krankensalbung und Priesterweihe – wurden diese Zeichen des Heilsgeschehens in der reformierten Kirche auf zwei Rituale beschränkt: Taufe und Abendmahl. Beide sind mit dem Taufstein verbunden.

Die Taufe erfolgte im Taufbecken, ursprünglich durch Untertauchen des Säuglings, heute über dem Taufbecken durch dreifaches Benetzen der Stirn des Säuglings mit einem durch Finger gezeichneten Kreuz. Die Taufe steht für das Ja von Gott, das dem Säugling vorläufig noch unbewusst zugesprochen wird. Die Eltern und Pateneltern geben beim Taufversprechen die Zusage, dass sie den erwachenden Glauben dieses Kleinkindes zusammen mit der kirchlichen Gemeinde fördern wollen. Mit der Konfirmation hat der ehemalige Säugling die Möglichkeit, seine Taufe zu bestätigen. 

Ursprünglich erfolgte nach der Konfirmation die erste Einnahme des Abendmahls: als Erinnerung an das Abschiedsversprechen von Jesus an seine Jünger vor Karfreitag und als Zukunftsversprechen im Blick auf die ewige Zukunft mit dem Sohn Gottes nach seinem zweiten Kommen, verbunden mit der Zusage, dass diese Beziehung in der Zwischenzeit zumindest von Jesus her immer da ist und von ihm gesucht wird. Ein Angebot für alle, die dies im Glauben annehmen wollen. 

Diese Klarheit wurde gleich zu Beginn der Reformation aber in Frage gestellt. Die Reformation hatte die Bibel zu einem verständlichen Buch für alle gemacht, die lesen konnten. Damit konnten die Bibel-Auslegungen der Kirche bzw. der Geistlichkeit plötzlich hinterfragt werden. Freunde des Zürcher Reformators Huldrych Zwingli waren der Überzeugung, dass in der Bibel nur Erwachsene mit einem bewussten Glauben – und nicht Kinder – getauft wurden. Sie nahmen die Friedens-Theologie der Bergpredigt wörtlich und verweigerten den Kriegsdienst. Und sie hinterfragten das Recht des Staates, seine Bürger in Glaubensdingen zu bevormunden. Diese Haltung provozierte den Staat Bern ungemein, der mit der Reformation die Kontrolle auch über die kirchlichen Angelegenheiten übernommen hatte. Diese «Täufer» wurden in der Folge gerade auch in unserer Gegend aufs Schärfste verfolgt. Diese dunkle Seite der Reformation wurde erst in jüngster Zeit von der Reformierten Kirche und von der Berner Regierung aufgearbeitet. Das geschehene Unrecht kann nicht ungeschehen gemacht, aber aufgearbeitet und vergeben werden. In einem Versöhnungsgottesdienst im «Täuferjahr» 2007 entschuldigte sich der Oberdiessbacher Pfarrer Urs Hitz bei John Gerber, einem heutigen Laienprediger der (Neu-)Täufergemeinde, für das in der Geschichte erlittene Unrecht. Dieser nahm die Entschuldigung an und wies seinerseits auf fragwürdige Haltungen der Täufer hin. Eine Gedenktafel im Täuferversteck «Schniggenen» bezeugt diese Versöhnung.

Im Zusammenhang mit der Tauffrage gab es in jüngerer Zeit auch in unserer Kirchgemeinde bemerkenswerte Entwicklungen. Als Urs Hitz zum Pfarrer in Oberdiessbach gewählt wurde, führte er gleich zum Start 2001 bis 2002 zusammen mit seiner Frau Susanne einen Kurs zum Neuen Testament mit der Jungen Kirche (JK) durch. Dadurch wurde die biblische Taufe plötzlich zum Thema in der JK. Eines Sonntags fanden die Besucher des Gottesdienstes an der Türe zur Kirche einen anonymen Thesenanschlag zur Tauffrage. Darin wurde die Kindstaufe hinterfragt und als «alter Zopf» bezeichnet, der unbiblisch sei und den man abschneiden sollte. Zwei Mitglieder der Jungen Kirche bekannten sich schliesslich zur Aktion. Sie wurden vom damaligen Präsidenten des Kirchgemeinderates zu einem Gespräch eingeladen. Er machte den Interpellanten klar, dass die Landeskirche eine Volkskirche sei und deshalb Kinder taufe. Trotzdem zeigten sich die damaligen Pfarrer in der Tauffrage beweglich. Schon 1999 waren junge Menschen, die als Kind eingesegnet worden waren, von Pfr. Thomas Wild und Kirchgemeinderat Thomas Zürcher in der Rotache mit Untertauchen getauft worden. Und Pfr. Daniel Meister bot 2015 einen Kurs über die Taufe an, verbunden mit einer Taufbestätigung in der Osternacht.

 

3) Der Pietismus bleibt in der Landeskirche

Rund 150 Jahre nach der Reformation entstand mit dem Pietismus nach den Täufern eine neue Frömmigkeitsbewegung, die den Staat und die Kirche beunruhigte. Obwohl sie den Staat nicht grundsätzlich in Frage stellte, sondern vor allem eine weitere Reformation der Kirche anstrebte, stiess auch diese Bewegung auf Misstrauen. Theologisch betonten die Pietisten die persönliche Frömmigkeit, eingeleitet durch die bewusste Entscheidung für eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus. Dieser persönliche Zugang führte zu einem erhöhten Engagement. Es zeigte sich in zusätzlichen Hausversammlungen neben dem kirchlichen Gottesdienst und mit dem Ernstnehmen biblischer Werte für das praktische Leben, kombiniert mit dem Einsatz für Bedürftige im In- und Ausland. Der Pietismus nahm zudem eine kritische Haltung gegenüber der aufkommenden Aufklärung und ihrer Betonung der Vernunft ein.

Zu den führenden Theologen des Pietismus gehörte Pfarrer Samuel Lutz (1674-1750). Er wurde vom Schlossherrn Albrecht v. Wattenwyl 1738 von Amsoldingen nach Oberdiessbach berufen, wo er von 1739 bis 1750 wirkte. Lutz förderte die Jugendarbeit. Und er vermittelte vor Ort zwischen verschiedenen, manchmal auch extremen pietistischen Bewegungen. Dabei versuchte er, den Pietismus in die Landeskirche zu integrieren. Das gelang zwar nicht flächendeckend, Oberdiessbach wurde aber zu einem Anziehungspunkt für Pietisten. Mit Nikolaus Ludwig Graf v. Zinzendorf predigte neben Lutz auch der führende Kopf des deutschen Pietismus in unserer Kirche. Er war mit dem Schlossherrn befreundet. Es gibt seither die Rede, Zinzendorf habe visionär vorausgesagt, dass auf der Kanzel von Oberdiessbach immer mindestens ein «frommer» Pfarrer stehen würde.  

 

4) Offenheit für neue Gottesdienstformen

Wenn die Leute nicht mehr in den Gottesdienst kommen, muss der Gottesdienst zu den Leuten kommen. Das braucht heute eine gute Tonqualität. Nicht nur in der Kirche, sondern auch bei der Übertragung des Tons in das Pflegezentrum Kastanienpark und das Altersheim und bei der Möglichkeit, die Predigt über die Website der Kirche nachzuhören. 2014 wurde über dem Eingang zum Chor eine Leinwand installiert, die bei Bedarf ausgefahren werden kann. Mit einem Beamer, der unten an der Empore befestigt ist, können seither Liedtexte, Bilder und Informationen eingeblendet werden, die für alle, die im Schiff und auf der Empore sitzen, gut sichtbar sind. Im Zusammenhang mit der Coronakrise wurde ein Videostream eingerichtet, um die Gottesdienste über die Website der Kirche nach Hause zu übertragen. Heute wird diese Möglichkeit in der Regel einmal im Monat genutzt. Diese technischen Anpassungen eröffnen neue Möglichkeiten in der Gestaltung und Verbreitung des klassischen Gottesdienstes.

Dasselbe gilt für weitere Gottesdienstformen, die noch stärker von «Laien» geprägt werden. Dazu gehört der Anbetungsteil, der heute einmal im Monat jeweils vor der Predigt eingebaut wird. Der Hintergrund dazu: In einer Gemeindeferienwoche von 2001 in Les Marécottes hatten sich zwei jungen Frauen erkundigt, ob man im Gottesdienst nicht auch andere, neuere Lieder singen könnte, Lieder, wie sie auch in dieser Gemeindewoche gesungen wurden. Man konnte.

Auch der Lobgottesdienst gehört zu den Neuerungen. Heute als monatlicher Abend-Gottesdienst, der vor allem von jungen Erwachsenen zusammen mit Bands in unterschiedlicher musikalischer Zusammensetzung gestaltet wird. Der Input wird meist von «Laien» übernommen. Im Angebot gibt es manchmal auch ein Segnungsgebet für persönliche Anliegen oder ein «Offenes Mikrophon»: Hier können Besucherinnen und Besucher spontan schildern, wie sie den Glauben im Alltag erlebt haben.

2018, im Gemeindewochenende in der «Bärgsunne» in Schwanden, entstand eine weitere neue Gottesdienstform. Ein Gemeindemitglied fragte, ob als Ergänzung zum Lobgottesdienst nicht auch eine liturgische Gebetszeit in der Form des Taizé-Gebets Platz finden könnte. Unterdessen wird vierteljährlich ein liturgischer Gottesdienst angeboten, der von den eingängigen Melodien und Texten der Kommunität von Taizé geprägt ist. Dabei sind alle gleichermassen einbezogen: singend, betend und in einer längeren Phase der Stille.

Weitere Gottesdienstformen sind seit 2003 das vierteljährliche «Fiire mit de Chliine» und seit 2015 ein Segnungsgottesdienst am letzten Sonntagabend vor dem Schulanfang. Für Kinder und Familien gibt es zudem zweimal jährlich den «Gottesdienst für Chly und Gross» und zweimal jährlich die KUW-Gottesdienste. Für alle Altersgruppen wird seit Kurzem auch eine Tauferinnerungsfeier angeboten.

 

Kommen Sie doch selber vorbei

Dass diese Aktivitäten auch heute noch in einer Berner Landeskirche stattfinden, mag überraschen. Sie sind aber nicht selbstverständlich, sondern haben je ihre Geschichte, die ich oben nur teilweise antönen konnte. Sie leben von Menschen aller Altersstufen, die sich von Gott bewegen lassen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, lade ich Sie gerne ein zur Vernissage der erwähnten Broschüre «Die Kirche Oberdiessbach – ein Spaziergang durch die Kirchengeschichte». Sie findet am 13. Juni in der Kirche Oberdiessbach statt, von 19.00 bis 19.45 Uhr, gefolgt von einem Lobgottesdienst. Dies im Rahmen des kirchlichen Sommerfestes2, an dem Sie sich vorgängig verpflegen können. Herzlich willkommen!

 

1 Wenn schon Feminismus, dann richtig. Zum Beispiel mit einer Brücke von der Esoterik über die Heilige Geistkraft zur Tochter Gottes. Siehe: https://www.insist-consulting.ch/forum-integriertes-christsein/25-7-1-pfingsten-gibt-es-auch-im-sommer-ein-etwas-anderer-blick-auf-den-heiligen-geist.html

2 Eine Vorschau der Vernissage finden Sie auf unserer Website: www.insist-consulting.ch 

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