Praxis: Kontemplation – Gottes Wirken in der Stille 

Wenn wir stille sind, dabei alle ablenkenden Gedanken immer wie-der Gott über-lassen und nur in dem Glaubenswissen ruhen: «Gott ist da» und ich bin vor ihm – und wir dabei nichts erleben, meinen wir, es geschehe nichts.
Gott und sein wichtigstes Wirken ist aber vor unseren Augen oft verborgen(1). In solcher Stille – ja in solcher Leere – nährt und fördert Gott selbst unsere Seele. Unser Beitrag dazu ist eine «Selbstverleugnung», die darin besteht, dass wir uns Gott absichtslos über-lassen. 

(Lesezeit: 3 Minuten)

(Bild von Kavowo auf Pixabay) 

George McDonald beschreibt das vor unsern Augen verborgene Wirken Gottes während dem Schweigen sehr ausdrucksstark:

«Wie müde Wellen folgt sich Gedanke auf Gedanke.

Aber die tiefe Stille darunter gehört ganz Dir.

Und dort wirkst Du auf uns unbekannte Weise.»

 

 

Gott wirkt auch im Verborgenen

In der Kontemplation gehen wir davon aus, dass Gott ins Verborgene sieht2 und ins Verborgene wirkt. Wir entwickeln mit der Zeit wie ein Bewusstsein auf zwei Ebenen:

  • Auf der Oberfläche unseres Bewusstseins folgt, wie müde Wellen, Gedanke auf Gedanke.
  • Aber gleichzeitig wissen wir: In der Tiefe hat Gott sich mit uns verbunden. «Die tiefe Stille gehört ganz dir – und dort wirkst du auf uns unbekannte Weise.»

Es ist nicht so, dass Gott mich verlässt, sobald meine Gedanken von ihm wegwandern. Er bleibt in der Tiefe mit mir verbunden: «Ich bleibe in euch3»! Wenn wir unser Herz bewusst zurückholen in seine Gegenwart, knüpfen wir dankbar daran an: Du bist dageblieben, auch wenn ich weg war. Dank sei Dir.

 

1 Kolosser 3,3b

2 Matthäus 6,18

3 Johannes 15,4

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